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Land & Leute: Wer sind die Japaner?
Von admin | 18.Juli 2009

Die Japaner: Zusammenleben auf engem Raum
Die japanische Kultur erscheint den Europäern fremd, die Verhaltensweisen der Japaner oft unverständlich. Das Land der aufgehenden Sonne verbinden Europäer häufig mit Erdbeben, Spitzentechnologie (Sony) und Samurai. Mit Sushi, mit Arbeitswut, Städten der Superlative aber auch mit Familientradition, Hierarchie- und Rollenbewusstsein.
Die japanische Familie
Wenn auch in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg die traditionelle patriarchale Großfamilie durch Gesetze zumindest in den Städten praktisch abgeschafft wurde, ist und bleibt die Familie das Fundament der japanischen Gesellschaft. Sie bietet dem Japaner, der sich in der Öffentlichkeit stets einer bestimmten definierten Rolle entsprechend verhält, Rückhalt und Geborgenheit. In ihr lebt ein starkes Bewusstsein für gesellschaftliche Stellung, Pflicht und Verantwortung. Sie gibt der Gesellschaft Stabilität. Eine 68er Generation hat es im Land der aufgehenden Sonne nie gegeben. Zu heiraten und Kinder zu bekommen, ist für japanische Jugendliche noch immer eine selbstverständliche Perspektive. Die übliche fünf-Personen-Familie aus Eltern, Großeltern und Kind wird seit den letzten Jahren immer häufiger durch Kleinfamilien und Einpersonenhaushalte ergänzt. Die traditionelle Heiratsvermittlung ist in den Hintergrund getreten, moderne junge Leute suchen sich ihren Lebenspartner selbst aus – natürlich nicht ohne vorherige Zustimmung der Eltern.
Das Zusammenleben beruht auf Harmonie
Die Gesellschaft in Japan folgt einer definierten Ordnung, in der Zurückhaltung, Selbstbeherrschung und Rücksichtnahme unbedingt einzuhaltende Prinzipien sind. Ungeduld, Unbeherrschtheit oder impulsive Handlungen stören den allgegenwärtigen harmonischen Zustand der japanischen Gesellschaft und erzeugen „Unordnung“ und Unsicherheit. Handlungen, Sprache, Mimik und Gestik sind auf das Streben nach Eintracht und Ordnung ausgerichtet. Dies ist der Grund warum Japaner in den Augen der Europäer oft als unterwürfig gelten und nie ihren eigenen Willen direkt aussprechen. Es scheint, als würde der „typische Japaner“ nie „nein“ sondern immer nur „Entschuldigung“ sagen. Auf der anderen Seite sind Europäer fasziniert vom japanischen Gruppengeist und der gegenseitigen Hilfsbereitschaft in der japanischen Gesellschaft.
Strenge Rollenverteilung
Während sich der japanische Mann von morgens bis abends der Berufstätigkeit widmet, sind Haushalt und Kinderbetreuung voll und ganz Frauensache. Dies gilt auch, wenn die Frau selbst berufstätig ist. Allerdings muss sich eine japanische Hausfrau und Mutter nicht um ihr Ansehen sorgen. Ihr Erfolg definiert sich schließlich darüber, ob ihre Kinder gut erzogen sind und die Schule erfolgreich absolvieren. Außerdem lässt die Nicht-Berufstätigkeit der Frau auf einen hohen Berufserfolg des Ehemannes schließen, der so gut verdient, dass seine Frau nicht zu arbeiten braucht. Als Verantwortliche für den Haushalt verwalten die Frauen zudem das Familienbudget. Freizeit und soziale Aktivitäten gestalten sie nach eigenem Ermessen.
Bild: © Urbanhearts – Fotolia.com
Tags: Frauen Japan, Japaner, japanische Verhaltensweisen, Männer JapanTopics: Japan | Kein Kommentar »